Montag, 7. März 2016

Von zu vielen Möglichkeiten....


Ist bloggen überhaupt noch zeitgemäß und wenn ja wie sollte so ein Blog denn aussehen? Diese und viele andere Fragen stelle ich mir schon seit geraumer Zeit. Auch wenn es lange keinen Beitrag mehr gab, so habe ich schon viele gedanklich verfasst, während ich andere Dinge tun musste.

Also ist bloggen noch zeitgemäß? Vor allem deswegen, da es so viele begabte Schreiberlinge gibt und es teilweise Blogs gibt, bei denen wirklich ein Profi am Werk sein muss. So hübsch; so perfekt und so clean aber auch sehr kommerziell. Lest ihr wirklich noch auf den Blogs oder schaut ihr Euch nur die schönen Fotos an und klickt Euch dann weiter zum Nächsten weil in Eurem Feedreader noch ca. 40 Andere warten?

Im letzten Jahr habe ich überwiegend, vor allem auch aus Zeitgründen, instagram genutzt wobei ich zuletzt festgestellt habe, wie viel Zeit ich tatsächlich dort und bei Pinterest und Co. tagtäglich verbummelt habe. Gott sei Dank bin ich weiterhin standhaft was Facebook angeht. 

Ständig ereilt mich das schlechte Gewissen, sehe ich doch gelegentlich meine liebevoll ershoppten DIY-Materialien vergammeln. Ich fühlte mich richtig schlecht, wo ich doch jeden Tag geradezu überflutet werde von Möglichkeiten, Ideen und DIY-Vorschlägen. Ich weiß gar nicht wie viele Pins ich auf Pinterest bereits gesammelt habe; ich kann es leider nicht mehr genau sagen, denn ich habe vor Kurzem ganze Pinnwände gelöscht. Auch bei Instagram habe ich mächtig aufgeräumt. Zugegeben waren darunter viele Accounts von Muttis, die regelmäßig morgens die Kleidung ihrer süßen Wonneproppen fotografierten und ich mir bei manchen Usern vorkam als wäre ich unfreiwillig in ein Gewinnspielabo reingefallen. Giveaways wo ich nur hinsehe. Und ich habe morgens bei der ersten Tasse mal schnell paar Herzchen verteilt. Aber mehr aus Gewohnheit. Ich hatte tausend Layouts gemerkt, die ich noch liften wollte. Tausend Rezepte die ich noch testen wollte. Bei einem Rezept merkte ich tatsächlich, dass ich es nur wegen dem schönen Bild gepinnt hatte (die Zutaten mochte ich eigentlich gar nicht).

Ich mag blogs, ich mag Kreativität, und ich mag handgemacht. In jenem Moment wurde mir allerdings klar, warum ich ständig das Gefühl habe von allem zu wenig zu tun. Ja nach wie vor LIEBE ICH HANDGEMACHT. Allerdings muss es nicht immer von mir sein. Ich sehe eine selbst genähte Hose und schwupp wandert schon der erste Stoff in den Dawanda-Warenkorb. Und dann auch zur Sicherheit noch gleich drei andere. Das kann man ja alles auch selbst machen. Weil wenn, dann nähe ich gleich drei oder vier und evtl. noch das T-shirt usw., zumindest so der Plan. Bei instagram sehe ich wieder ein süßes Häkeltierchen und das muss ich natürlich auch können und so shoppe ich gleich mal für drei Tierchen das Material. Die Fotos von 2014 habe ich noch immer nicht fertig einsortiert und das December Daily schaffte ich im Februar. Aber ich schaffte es.

Ich habe mich dann entschieden statt Fleisch Kreativität zu fasten. Mal sehen was so passiert. Alle Warenkörbe gelöscht. Ungesehen ein paar unwichtige Pinnwände gelöscht und bei instagram mich für nur ganz wenige Accounts entschieden, die ich schon länger lese. Ich habe mich von vielen blogs getrennt, in denen mir eine Spur zu heftig diskutiert wird ob mein Kind eine Apfelsaftschorle trinken darf; ob vegan jetzt nicht vielleicht doch das einzige Richtige ist, ob ich nicht ausschließlich Bio kaufen sollte und ob ich mich nicht schon beim ersten Kaffee vergifte und Umweltschäden anrichte weil meine Maschine eine Kapselmaschine ist. Ich habe mich aber auch von denen getrennt, die täglich mehrfach bloggen und mich überfluten. Wo es eben um Masse geht. Das kommt mir fremd und unecht vor. Die, die ein halb leeres Wasserglas fotografieren. „Welch geniale Idee...! Wow du bist toll.“ Hey....das ist einfach Wasser. So geht das pausenlos weiter bis ich ganz klein und mies abends in mein Bett verschwinde und mich dann noch schämen muss, dass ich heute nicht die Welt gerettet habe, wie andere das vermeintlich tagtäglich tun.

Es wird Zeit sich wieder auf ein paar Wesentliche Dinge zu konzentrieren. ? Wer bin ich eigentlich? Wer war ich mal? Warum habe ich mich verändert? Wir sind ständig der Veränderung unterworfen, aber manchmal tun wir das weil wir uns anpassen wollen wo anpassen nicht nötig ist. Und wir erwarten dass auch von Anderen? Wir erwarten das alle so denken wie wir und lassen andere nicht Leben wie sie leben möchten. Es gibt viele Möglichkeiten und nicht jede muss ich nutzen. Ich muss keine Dinge tun nur weil alle Anderen sie gerade tun. Ich habe mich zurückbesinnt und dabei ist mir eingefallen, was ich früher wirklich sehr gerne tat und was sich aktuell eben mit meinem Leben vereinbaren lässt. Für die Erwartungshaltung mancher Menschen fehlt mir leider die Zeit und ehrlich gesagt auch die Lust.

Nach 4 Wochen Abstinenz habe ich mich für ein paar Dinge entschieden:

Ich werde wieder mehr Liebe und Zeit für die Familienküche aufbringen (hier gilt es noch viel zu probieren wobei ich Euch leider sagen muss, dass meine Tochter so gar nicht vegan is(s)t. Sie steht mehr auf Leberwurst, Fleischwurst und Spießbraten. Ja auch Obst mag sie sehr gerne; ob das jetzt alles aus der Region ist -ich gebe mir Mühe. Da ich das Rad allerdings nicht neu erfinden kann, habe ich vor einige Rezepte zu testen. Vielleicht kann ich ja den ein oder anderen Tip hier unterbringen.

Ich verbringe wieder mehr Zeit mit dem Lesen von Büchern. Aktuell beende ich gerade mit BasteiLübbe in der Lesejury den demnächst erscheinenden 11. Teil der Ostseekrimis von Eva Almstädt „Ostseetod“. Ich bin sehr froh dass ich mich dafür beworben habe und mit 30 anderen eifrigen Krimilesern tatsächlich daran teilnehmen durfte. Es hat mir mal wieder gezeigt wie vielseitig lesen sein kann. Vor allem hat es mir aber gezeigt, wie intensiv man sich mit einem Buch auseinandersetzen kann wenn man es richtig und nicht nebenher liest. Zwischen vielen anderen Dingen.

Ansonsten bin ich bei Storytelling with Project Life® von Ali Edwards dabei und werde mich von ihr mal in die Feinheiten einweisen lassen. Nach Storytelling with December Daily ist das eine gelungen Fortsetzung. Vor allem da Ali wirklich zeigt, dass man nicht den Schrank voller Sachen haben muss um Erinnerungsalben zu erstellen. Auch hier hatte ich auch mal wieder zu viele Ansprüche, in dem ich unbedingt natürlich genauso tolle Fotos machen wollte wie die anderen, mit den Profikameras a la Canon und Co. Und auch Ali erwähnte, dass sie auf der Suche nach Ideen früher 2 Stnden bei Pinterest hingen blieb statt einfach loszulegen.

Ich versuche mich daran zu erinnern, dass Familie das einzig wahre konstante im Leben ist. Das sie mit Dir durch dick und dünn gehen und das sie immer bleiben und wie wichtig es ist, dass sie die Hauptrolle in unserem Leben spielen und wir uns nicht ständig geweißte Momentaufnahmen anderer Leben ansehen auf der Suche nach dem eigenen Glück.
Also...

                                                        Bleib immer Du selbst, es sei denn Du kannst
                                                                                    BATMAN sein, dann sei BATMAN.


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