Mittwoch, 23. März 2016

Schlimmer geht immer...

Eigentlich wollte ich Euch in den letzten Tagen was zum Tod von Guido Westerwelle schreiben. Mich hat das am Freitag wirklich hart getroffen. Ich bin hier ganz ehrlich. Ich weiß von Guido Westerwelle soviel wie die meisten wahrscheinlich.

Bei mir hinterlässt das hier aber so eine furchtbare Hoffnungslosigkeit. Ich meinte es wäre erst vor ein paar Tagen gewesen, da sah ich die Sendung mit Günter Jauch und dachte. Puh, okay die Krankheit hat ihn gezeichnet, aber er hat gekämpft und man kann mit Wille und Glaube viel schaffen. Als Politiker hat er mich wenig interessiert und seine Rede hat mich selten angesteckt, aber da war ich wirklich von seinem Auftreten überzeugt. Das macht doch Mut.

Und was ist...jetzt haut ihn eine Lungenentzündung um weil er sich von der eigentlichen Krebstherapie nicht erholt hat. Für mich bleibt da wirklich nur noch so ein Gefühl von: das kann keiner Besiegen. Das macht mich mutlos und die Angst vor dieser Gefahr lähmt mich fasst ein bisschen. Weil man immer irgendwie damit rechnen muss, dass einem auch sowas passiert. Weil man ständig in Angst vor etwas lebt, was man nicht einschätzen kann.

Und während ich noch darüber nachdenke, wie ich das in Worte fassen könnte, steht schon der nächste Horror gestern vor der Tür. Und die Empfindung ist irgendwie die gleiche. Wann trifft es mich? Wie lange sind wir noch in Sicherheit? Auch hier kann ich die Gefahr nicht einschätzen. Ich bin am meisten schockiert, dass ich beim öffnen von Instagram schon wenige Stunden nach diesem schlimmen Vorfall (ich hatte Radio & TV aus) eine Zeichnung dazu sehe; da war ja einer auf Zack. Ich musste erstmal schnell TV an machen und schaue nochmal also auf ein Bild mit einem weinenden Franzosen und einem weinenden ....ja ich musste erst sicher gehen dass es gar nicht die deutsche Flagge war. Jooo ich kenne beide, aber wenn man in Sekunden auf dieses Bild schaut und sich überlegt, dass der Mann gerade in Köln direkt am HBF ist dann wird es einem erstmal anders. Ich rechne nach diesem furchtbaren Spektakel um Köln seit Silvester mit allem Möglichen oder Unmöglichen hier vor Ort. Dass es dann letztlich Belgien war macht es nicht unbedingt besser. Nur, dass ich & meine Familie dieses mal nochmal davon gekommen sind. Und ich hab irgendwie noch diesen Tatort von Sonntag im Kopf. Ganz schön nah am Thema.

Das ist für mich wie mit dem Krebs:
Das macht mich mutlos und die Angst vor dieser Gefahr lähmt mich fasst ein bisschen. Weil man immer irgendwie damit rechnen muss, dass einem auch sowas passiert. Weil man ständig in Angst vor etwas lebt, was man nicht einschätzen kann.

Und ich kann ganz schwer verstehen, wie eine Mutter mit zwei Kindern in die Kamera sagt: "Ja aber das wollen die doch nur, dass wir Angst haben. Deswegen fliegen wir jetzt gerade deswegen in den Osterurlaub."

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